Mitglieder im Gespräch

«Wir alle brauchen irgendwann mal Hilfe!»

Interwiev mit Thimea Mollet
Verbindungsperson Verein „zäme in Suhr“- Gemeinde

Text und Bild: Doris Tanner-Eberhard

Nachbarschaftshilfe – in Suhr ist dieser Begriff nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern Realität. Nachdem die Einwohnergemeinde mit dem Projekt Socius den Grundstein legte, wurde im Frühjahr 2025 der Verein «zäme in Suhr» gegründet, der mit verschiedenen Projekten und Initiativen das generationsübergreifende Zusammenleben in Suhr fördern und organisieren möchte. Dazu gehört auch die Nachbarschaftshilfe, einer der Kernpunkte des Vereins. Grischa Ruprecht ist im Vorstand des Vereins verantwortlich für dieses Projekt, das – basierend auf der Symbiose von Strategie und umsichtiger Führung auf der einen Seite und Freiwilligen auf der anderen Seite – einen wertvollen Beitrag leistet, damit sich Suhrer:innen in ihrer gewohnten Umgebung wohlfühlen, auch in herausfordernden Zeiten.

Der Verein hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine Koordinationsstelle aufgebaut, die unter Führung des Vereins das Unterstützungsangebot von den Freiwilligen zu den Menschen bringt, die Hilfe benötigen. Seit Februar 2025 leitet Thimea Mollet die Koordinationsstelle, im Interview erzählt sie von ihrer Arbeit und ihren Erlebnissen.

Viele kennen Thimea bereits aus anderen Projekten. Als Mitarbeiterin der Abteilung Gesellschaft in der Gemeinde Suhr leitet sie auch die Fachstelle Alter. Dabei arbeitet sie eng mit Anna Greub von der Quartierentwicklung und Freiwilligenarbeit zusammen. Diese Zusammenarbeit schafft auch Synergien, die in der Nachbarschaftshilfe genutzt werden. Dieses grosse Spektrum, aber auch die Bereitschaft von Freiwilligen, sich zum Wohle anderer Menschen zu engagieren, macht für Thimea die Arbeit spannend, vielseitig und wertvoll.

 Thimea, wer macht mit in der Nachbarschaftshilfe?
Die Nachbarschaftshilfe des Vereins «zäme in Suhr» basiert auf der Absicht der Vereinsmitglieder, sich in der Gemeinde freiwillig zu engagieren. Heute hat der Verein 114 aktive Mitglieder mit der Bereitschaft zum Freiwilligen-Einsatz. Einige sind noch voll im Arbeitsleben, viele sind nicht mehr oder nur noch teilweise im Arbeitsprozess tätig und wünschen sich eine sinnvolle neue Beschäftigung. Das zeigt sich auch im Altersdurchschnitt von rund 50+. Die beruflichen Hintergründe sind sehr vielseitig: von IT-Mitarbeitenden über Pflegefachpersonen, Lehrpersonen, Büro-Mitarbeitenden und Handwerker:innen sind viele Sparten vertreten. Auch Neuzuzüger haben sich für den Freiwilligeneinsatz angemeldet, um sich so rasch in Suhr heimisch zu fühlen.

Wie werden die freiwilligen Helfer:innen in die Nachbarschaftshilfe eingeführt?
Wenn sich jemand für die Nachbarschaftshilfe angemeldet hat, beginnt der Einführungsprozess durch den Verein. Der Verein organisiert regelmässige Treffen mit den neuen Mitgliedern. Einerseits zum Informationsaustausch, aber vor allem zum persönlichen Kennenlernen. Das Ziel von Grischa und mir ist es, dass wir im vierteljährlichen Rhythmus die Nachbarschaftshilfe den neu angemeldeten Interessierten vorstellen. Dabei steht vor allem das persönliche Kennenlernen im Vordergrund. Wir dürfen nicht vergessen, dass die freiwillig Helfenden den Privatbereich von anderen Menschen betreten, die zum Teil auch verletzlich sind. Das bringt eine grosse Verantwortung mit sich; für den Verein, aber auch für die Freiwilligen. in diesen Treffen stellen Grischa und ich sicher, dass durch das persönliche Kennenlernen nur Personen eingesetzt werden, die sich dafür eignen und sich der Verantwortung bewusst sind. Das wird auch mit der Einsatzvereinbarung sichtbar, die die Freiwilligen bei einem definitiven Engagement unterschreiben und sich damit verbindlich mit den Rahmenbedingungen und den Verpflichtungen einverstanden erklären.

Sorgfältiges Onboarding ist wichtig

Beim ersten Kennenlernen erhalten die potenziellen Freiwilligen auch einen Fragebogen zur Erhebung von Informationen, die helfen sollen, ein optimales Engagement zu finden. Einerseits werden die Wunsch-Einsatzgebiete abgefragt – zur Auswahl stehen Nachbarschaftshilfe, Kommunikation, Anlässe und Alterspolitik. Andererseits ist es ebenso wichtig, welche Art von Tätigkeit innerhalb der Nachbarschaftshilfe erbracht werden kann, z.B. in den Bereichen Handwerk, Dienstleistungen, Begleitung und Betreuung. Abgerundet wird die Erfassung mit organisatorischen und administrativen Informationen. Alle Angaben werden in einer zentralen Datenbank erfasst, die nur für die Koordinationsstelle offen ist.

 

Und wie kommen diese Freiwilligen nun zu einem Einsatz?
Indem sich Personen, die Unterstützung benötigen und die über das Angebot von anderen Organisationen wie Spitex, Pro Senectute hinausgeht, bei der Koordinationsstelle melden.

In den letzten SuhrPlus Ausgaben wurden einige Beispiele für die Nachbarschaftshilfe beschrieben, wie z.B.

  • Hilfe beim Recyclen
  • Unterstützung bei Abwesenheiten, z.B. für Reha (Post betreuen, Garten giessen)
  • mit dem Haustier zum Tierarzt gehen
  • liebgewonnene Ausflugsziele besuchen, nachdem man nicht mehr mobil ist

Ich habe in den letzten Wochen bereits Anfragen erhalten. Grundsätzlich steht die Nachbarschaftshilfe allen Generationen zur Verfügung. Wie erwartet haben sich bisher vorwiegend ältere Mitmenschen gemeldet. Mehrheitlich ging es dabei um den Wunsch nach Begleitung und Kontakt, aber auch konkrete Tätigkeiten wurden nachgefragt. Hier zeigt sich auch der Vorteil, dass die Koordinationsstelle in der Gemeindeverwaltung eingebettet ist. So konnte für eine Anfrage eine optimale Lösung mit einem sozialen Projekt aus einem anderen Fachbereich gefunden werden.

Suche nach dem optimalen «Match»

Wenn sich jemand mit dem Wunsch nach Unterstützung bei mir meldet (via Email oder Telefon), mache ich eine erste Bedürfnisabklärung und hole weitere Details ein. Danach suche ich in der Datenbank nach einem möglichst optimalen «Match», d.h. den freiwilligen Helfer, der die gewünschten Voraussetzungen mitbringt. Ich frage anschliessend bei der Hilfsperson an, ob ein Einsatz im Moment in Frage kommt. Bei einer positiven Rückmeldung übergebe ich der Freiwilligen die Kontaktdaten der Person mit Unterstützungsbedarf, damit die Details des Einsatzes gleich direkt besprochen werden können. Bei Herausforderungen stehe ich den Freiwilligen aber auch den hilfesuchenden Personen unterstützend zur Seite. Alle Einsätze werden in der Datenbank dokumentiert und durch mich überwacht.

Was sind deine ersten Eindrücke aus den vergangenen Monaten?
Ich bin beeindruckt von der Bereitschaft der Suhrer:innen sich freiwillig zu engagieren und sich von der Idee der Nachbarschaftshilfe begeistern zu lassen. Ich wünsche mir, dass das grosse Potenzial der Freiwilligen noch mehr genutzt wird. Häufig mache ich die Erfahrung, dass es den Menschen immer noch schwer fällt um Hilfe zu bitten. Gerade ältere Menschen schämen sich manchmal Schwäche zu zeigen und sie haben Angst, anderen zur Last zu fallen. Ich hoffe, dass mit dem Projekt Nachbarschaftshilfe auch eine Kultur geschaffen wird, in der es ganz natürlich sein wird, um Hilfe zu bitten, denn Irgendwann braucht jeder einmal Hilfe.

Abschliessend möchte ich noch anmerken, dass es wichtig ist über unser Angebot regelmässig zu berichten, um einen möglichst optimalen Zugang zu ermöglichen. Deshalb gilt «Tue Gutes und rede darüber». sich freiwillig im Verein «zäme in Suhr» engagieren? Wir freuen uns, wenn Sie alMöchten s Aktiv-Mitglied unserem Verein beitreten. Sie finden das Anmeldeformular auf der Homepage von «zäme in Suhr» unter ww

Generalversammlungen

1.GV 2025


Verein «Zäme in Suhr»: Die sorgende Gemeinschaft kann endlich loslegen

Der Verein, der in Suhr eine Art Nachbarschaftshilfe institutionalisieren will, hat seine Gründungsversammlung abgehalten.
Nun geht es gleich an die Arbeit.
Der betagten Nachbarin die Einkäufe nachhause tragen, dem älteren Herr im Quartier den Rasen mähen, dem netten Paar aus dem 2. Stock den Hund hüten, weil die jungen Eltern mit dem Kind kurzfristig zum Arzt müssen. Das ist Nachbarschaftshilfe, wie sie heutzutage immer weniger vorkommt. Dem will der Verein «Zäme in Suhr» entgegenwirken. Der am Montagabend frisch gegründete Verein versteht sich als «Forum für alle an Alters- und Generationenfragen interessierten Personen», heisst es in einem Flyer. «Zäme in Suhr» hat mehrere Zwecke: Zum einen will der Verein tatsächlich die Nachbarschaftshilfe fördern, indem sich darin freiwillige Mitglieder vereinen, die zur Verfügung stehen, wenn jemand Hilfe braucht. Eine Koordinationsstelle, die in der Abteilung Gesellschaft der Gemeindeverwaltung angegliedert ist, nimmt die Bedürfnisse der Bevölkerung entgegen und verteilt die Anfragen, eben zum Beispiel die Einkäufe heimtragen oder jemanden zum Arzt fahren, an Vereinsmitglieder. Das Angebot richtet sich dabei explizit an ältere wie jüngere Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde.

Daneben will der Verein auch im Bereich Angebote und Anlässe für die ältere Bevölkerung in Suhr wirken. Dafür übernimmt er ab sofort die Anlässe, welche die Seniorenkommission bislang durchgeführt hat, wie zum Beispiel Geburtstagsbesuche, Seniorenwanderungen oder auch den Seniorenmittagstisch. Dazu werden auch weitere Angebote eingeführt, wie etwa das Altersforum, an welchem Seniorinnen und Senioren ihre Anliegen politisch einbringen können. Das erste findet bereits am 28. April statt.

Weitere Mitglieder werden gesucht

Am Montagabend fanden nun 44 von 64 Aktivmitgliedern sowie einige Gäste den Weg an die Gründungsversammlung. Unter der Leitung des Tagespräsidenten Beat Rüetschi, ehemaliger Gemeindepräsident und Mitglied der Kerngruppe, welche die Vereinsgründung angestrebt hat, wurde die Gründung des Vereins wie auch die Vorstandswahlen ohne auch nur eine einzige Gegenstimme abgehalten. Der Vorstand setzt sich aus sieben Personen zusammen: Renate Läderach (Präsidentin), Regina Gerber-Werder, Susanne Geissberger Brunner, Doris Tanner, Erhan Babac, Grischa Ruprecht und Eric Morel.

 

Weiter verfügt der Verein derzeit über 30 Passivmitglieder. Gesucht werden weitere Mitglieder sowie Gönnerinnen und Gönner, welche den Vereinszweck oder auch einzelne Anlässe finanziell unterstützen wollen.

 

Angefangen hat alles mit dem Projekt Socius, das ab 2018 die Lebensqualität im Alter in Suhr fördern wollte. Ein Entschluss aus diesem Projekt, das die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Zürcher Age-Stiftung durchgeführt hat, war folgender: «Ältere Menschen sollen die nötige Unterstützung erhalten, um möglichst lange selbstständig und teilhabend in der eigenen Wohnung zu leben.» Das Thema «Sorgende Gemeinschaft» sei in Suhr aber schon viel älter, führte der für das Sozialwesen zuständige Gemeinderat Daniel Rüetschi aus – es habe schon in den 1980ern die Kommission für Altersfragen gegeben, mit welcher sich erstmals in Suhr ein Verein explizit für das Alter eingesetzt habe

Wanderungen

Wanderung März 2025

Frühlingswanderung am 18. März 2025 von Einsiedeln nach Pfäffikon SZ

Einsiedeln (900 m) – Klosterplatz – St. Gangulf – Galgenchappeli – Chlammeren – Tüfelsbrugg (838 m) – St. Meinrad – Etzelpass (949 m) – Luegeten – Mettlen – Pfäffikon (412 m).

Anreise mit ÖV ab Suhr/Aarau bis Einsiedeln/SZ mit kurzer Kaffeepause im Hotel Engel Wädenswil.

Vorausgesagt ist eine Wanderzeit von etwa 3.5 Stunden. Die 270 m aufwärts und 739 m abwärts verlangen immerhin eine mittlere Kondition. Also gerade richtig für die rüstige, unternehmungslustige Wanderschar.

Bei bestem Wanderwetter startet die Gruppe ab Bahnhof Einsiedeln durch den Ort bis zum Klosterplatz. Weiter geht’s entlang der Etzelstrasse Richtung Sihlsee. Nach der Unterquerung der Etzelstrasse folgt ein kurzer Anstieg auf der alten Etzelstrasse zur Kapelle Galgenchappeli, mit schöner Aussicht auf den teilweise zugefrorenen Sihlsee und die schneebedeckten Berge.

Die Gruppe wandert in leicht abfallendem Gelände über feuchte Wiesen und Reste von Schneefeldern Richtung Sihl. Kurz vor der Tüfelsbrugg erfolgt der Griff in den Rucksack zum Mittagshalt.

Dann geht der Weg über diese historische, als Bogenbrücke konstruierte Straßenbrücke, die im Viertel Egg der Gemeinde Einsiedeln über die Sihl führt. Sie verbindet Einsiedeln mit dem Etzelpass und ist Bestandteil des Jakobswegs, der zwischen Konstanz und Einsiedeln auch Schwabenweg genannt wird. Die erste Brücke liess Abt Gero von Frohburg 1117 erbauen. 1517 erfolgte der Bau der ersten steinernen Brücke. Im 17. Jahrhundert wurde diese durch einen bedachten Neubau ersetzt. Seit der Restauration von 1987 bis 1992 steht sie unter eidgenössischem und kantonalem Denkmalschutz.

Schliesslich folgt ein steiler Anstieg bis zur Etzelpasshöhe, dem höchsten Punkt der Wanderung. Dort steht, direkt neben der Etzelkapelle, der historische Gasthof St. Meinrad, ein Ort der Erholung und Stärkung für Pilger.

Der Weg führt nun teils steil abwärts durch Waldpartien und über Wiesen. Nach einem kurzen Halt beim Unterstand «Gruebi» im Bannwald folgen über gefühlte «tausende» Stufen und Baumnwurzeln durch steiles Waldgelände bis zum Aussichtspunkt «Luegeten». Hier geniesst die Schar eine herrliche Sicht auf den Zürichsee mit Ufenau, der grössten Insel der Schweiz, die nicht über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Sie liegt mit ihrer Nachbarinsel Lützelau im Frauenwinkel vor Pfäffikon SZ und gehört zum Gebiet der politischen Gemeinde Freienbach

Ein letztes Wegstück führt über die Autobahn und durch das Dorf Pfäffikon zum Schlusstrunk im Hotel/Restaurant Sternen.

Nach kurzer Heimreise ab Pfäffikon/SZ über Zürich Hauptbahnhof trifft die Wanderschar in Aarau bzw. Suhr ein. Grossen Dank dem Wanderleiter und den Teilnehmenden für diese schöne Tour.

Klosterplatz Einsiedeln 

Sihlsee 

auf der alten Etzelstrasse

über Feuchtwiesen 

Tüfelsbrugg 

Zürichsee mit Insel Ufenau 

Pfäffikon, Seedamm und Rapperswil 

 

Interviews Frühlingswanderung (23 Teilnehmende)

Das meinen die Teilnehmenden:

Lotti ist seit vielen Jahren Stammgast. Sie freut sich über das monatliche Angebot und dass man nichts organisieren muss, einfach anmelden und mitwandern.

Bruno wohnt seit zwei Jahren wieder in Suhr und nimmt zum ersten Mal teil. Er ist gerne aktiv und schätzt es, neue Leute kennenzulernen.

Therese ist seit vielen Jahren dabei, meist gemeinsam mit ihrem Mann. Es gibt an einem Wandertag so viele Gelegenheiten, immer wieder mit anderen Teilnehmenden zu sprechen. Sie schätzt den Austausch mit den Menschen und die guten Gespräche.

Gudrun ist seit über 10 Jahren regelmässig und meistens mit ihrem Mann dabei. Sie freut sich darüber, dass alles immer so gut organisiert ist und man sich um überhaupt nichts kümmern muss.

Ruth lebt seit 40 Jahren in Suhr und ist zum zweiten Mal dabei. Die Einladung in der Zeitschrift „Suhr Plus“ hatte sie auf dieses Angebot aufmerksam gemacht. Sie schätzt das Wandern in der Gruppe und ist froh, dass auch auf „langsamere“ Wanderer Rücksicht genommen wird.

Arnold ist seit vielen Jahren im Feld zu Hause, kommt nun seit drei Wanderungen mit. Er hat es gerne, wenn etwas läuft und Gespräche stattfinden. Vor allem schätzt er den morgendlichen Startkaffee und die schönen Wanderrouten.

Cornelia lebt seit drei Jahren wieder in unserer Gemeinde und nimmt seit ein paar Monaten teil. Ihr gefällt die Offenheit aller Teilnehmenden. Jede, jeder redet mit Allen, es gibt keine „Grüppli“. Man ist sofort integriert.